Ein typisches Radballspiel läuft in einem klar strukturierten, schnellen und intensiven Format ab. Obwohl es einfach aussieht – zwei gegen zwei auf engem Raum –, ist das Spiel hoch taktisch und technisch anspruchsvoll.
Hier ist ein Überblick über den Ablauf:
Spielzeit
Ein Spiel dauert in der Regel:
- 2 x 7 Minuten (also 14 Minuten Spielzeit),
- 2 x 6 Minuten für Junioren der U19
- 2 x 5 Minuten bei den Jugendlichen
- mit einer kurzen Halbzeitpause (maximal 2 Minuten).
Spielbeginn – Anstoß
Zu Beginn des Spiels und nach jedem Tor gibt es einen Anstoß.
Der Ball wird in der Mitte des Spielfelds platziert.
Ein Spieler des Teams, das Anstoß hat, steht mit dem Rad hinter der Mittellinie und muss den Ball nach dem Pfiff mit dem Vorderrad berühren und in Bewegung setzen.
Das gegnerische Team muss sich währenddessen in der eigenen Hälfte aufhalten und darf erst nach der Ballberührung aktiv eingreifen. Nach dem korrekten Anstoß läuft das Spiel normal weiter.
Spielverlauf
Ziel ist es, den Ball mit dem Rad (Vorderrad oder Hinterrad) ins gegnerische Tor zu befördern.
Es gelten strenge Regeln zur Ballkontrolle und Spielfeldverhalten:
- Gespielt wird der Ball durch Schläge mit dem Rad und dem Körper, allerdings ohne Benutzung von Händen und Füßen – es sei denn die Hände bleiben am Lenker und die Füße auf den Pedalen. Kopfbälle sind gestattet.
- wer den Boden mit dem Fuß berührt, muss sich zuerst zur Torauslinie zurückziehen, bevor er wieder ins Spiel eingreifen darf (vergleichbar mit „Strafauszeit“).
Angriff und Verteidigung
Die Teams wechseln ständig zwischen Angriff und Verteidigung, oft im Sekundentakt.
Angriffe bestehen meist aus:
- Ballkontrolle im vorderen Spielfeldbereich,
- Passspiel,
- und gezielten Torschüssen mit dem Vorderrad oder Lenker.
Die Defensive versucht, mit Positionsspiel und Blocken das Tor zu sichern.
Tore
Tore zählen nur, wenn der Ball regelkonform die Torlinie vollständig überquert.
Tore fallen meist durch:
- platzierte Schüsse,
- schnelle Konter,
- oder durch Fehler des Gegners (z. B. nach Ballverlust oder Sturz).
Fouls & Regelverstöße
Mögliche Verstöße:
- Ball mit dem Fuß berühren,
- Ball absichtlich mit der Hand spielen (gibt immer einen 4 Meter),
- Gegenspieler blockieren oder rammen,
- den Boden mit dem Fuß berühren und danach den Ball berühren oder einen Gegenspieler behindern.
Konsequenzen:
Freischlag (ähnlich wie ein Freistoß), oder 4 Meter, wenn der Verstoß im Strafraum passiert.
4-Meter
Wird bei groben Regelverstößen oder Fouls im Strafraum verhängt.
Auf Pfiff fährt der Schütze an und versucht mit einer Ballberührung ein Tor zu erzielen.
Halbzeit & Seitenwechsel
Nach der ersten Hälfte:
- Kurze Pause (maximal 2 Minuten),
- Seitenwechsel, damit beide Teams gleiche Bedingungen haben (z. B. Licht, Bodenbeschaffenheit).
Dann beginnt die zweite Halbzeit mit demselben Anstoßverfahren.
Ende des Spiels
Nach Ablauf der Spielzeit endet das Spiel sofort. Für einen vorher gepfiffenen Freistoß gibt es in einem solchen Fall noch einen letzten Schlag. Dabei sind von jeder Mannschaft nur ein Spieler beteiligt.
Bei Turnieren entscheidet:
- Sieg = 3 Punkte, Unentschieden = 1 Punkt, Niederlage = 0 Punkte.
- Bei K.-o.-Runden kann es auch Verlängerung oder 4-Meter schießen geben
Zusätzliche Besonderheiten
Das Spielfeld ist von einer Bande umgeben – der Ball kann abprallen, bleibt aber im Spiel.
Die Tore sind kleiner als im Fußball oder Handball: ca. 2 Meter breit und 2 Meter hoch.
Gespielt wird indoor, meist auf Parkett oder einem speziellen Sportboden.
Fazit:
Ein Radballspiel ist kurz, intensiv, technisch und taktisch anspruchsvoll. Der ständige Wechsel zwischen Angriff und Abwehr, die Kontrolle des Balls mit dem Fahrrad und das schnelle Umschalten machen jedes Spiel spannend – sowohl für Spieler als auch für Zuschauer.
